Der Keller See

 „Entdeckt" habe ich diesen See im September 1993, als ich wegen meines Studiums meinen Wohnort von Frankfurt/M. nach Trier verlegen mußte. Nachdem ich endlich eine Bleibe gefunden hatte, machte ich mich sofort daran, geeignete Gewässer in der Umgebung zu suchen. In Trier fließt zwar die Mosel gleich vor der Haustür, wer jedoch schon einmal an einem Fluß geangelt hat, der von Lastschiffen befahren wird, weiß, wie anstrengend und nervenaufreibend dort Karpfenangelei sein kann. Insofern erschien es mir ganz sinnvoll, neben der Mosel noch ein weiteres Gewässer zu suchen, das mir eine ruhige und angenehme Angelei ermöglichen würde.
 
Spiegler mit 21 Pfd., gefangen im tiefen Bereich des Sees

Der See

Der Keller See ist ein 15 ha großer Stausee, ca. 30 km südöstlich von Trier gelegen. Sein genaues Alter ist mir nicht bekannt, allerdings existiert seit 1977 in Kell am See ein eigener Angelverein. Insofern wird der See jetzt etwas über 20 Jahre alt sein. Der See selbst liegt in unmittelbarer Nähe von Kell am See in einer Senke. Um den gesamten See führt ein Kiesweg, der aber nicht befahren werden darf. Dies ist jedoch nicht weiter schlimm, da der See an mehreren Stellen mit dem Auto gut erreichbar ist und das Tackle so nicht allzu weit getragen werden muß.

Der See selbst läßt sich grob in einen flachen und einen tiefen Bereich unterteilen. Der flache Teil hat eine Tiefe von 0,5 bis 4 Meter und liegt zwischen dem Ferienpark und dem Fronhof, einem Reiterhof. Hier läuft auf der Seite des Ferienparks das alte Flußbett, welches ca. einen halben Meter tiefer ist als der Rest. Der andere Bereich zwischen Bootshaus, Castel am See und Staumauer hat eine Tiefe von bis zu 12 Metern. Im Uferbereich gibt es jedoch auch hier Stellen mit Tiefen zwischen 4 und 6 Metern, die sich vor allem im zeitigen Frühjahr als sehr erfolgreich erwiesen haben.

Wie oben schon erwähnt, liegt direkt am See ein Ferienpark. Vor allem an schönen Tagen ist daher rund um den See viel los. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß die allermeisten Spaziergänger nur interessiert zuschauen bzw. mit ein paar höflichen Antworten zufriedenzustellen sind. Darüber hinaus existiert am See ein Bootsverleih, so daß an schönen Tagen mit einem starken Bootsverkehr gerechnet werden muß. Wer seine Session also in völliger Abgeschiedenheit durchziehen will, sollte daher diesen See nicht dafür wählen.

 
 
Blick von der Fronhof-Seite zum Ferienpark (flacher Bereich)
 

Der Besatz

Der Keller See zeichnet sich durch einen guten Karpfenbesatz aus. Dabei handelt es sich sowohl um Spiegel- als auch Schuppenkarpfen. Der bisher größte Fisch aus dem See wog 32 Pfd., der größte mir persönlich bekannte Fisch 28 Pfd. Die meisten Fische liegen zwischen 10 und 20 Pfd.. Blanks sind in der wärmeren Jahreszeit eher Ausnahmen, zwei bis drei Fische pro Nacht keine Seltenheit, aber auch im zeitigen Frühjahr und im Herbst bestehen gute Chancen. Darüber hinaus hat sich Catch-and-Release in den letzten Zeiten immer mehr durchgesetzt, so daß die Fische durchaus genügend Zeit zum Abwachsen haben.

Bei Wind und trübem Himmel sind auch tagsüber gute Fänge möglich. Michael und Kai brachten es sogar während einer 3-Tage-Session im Juli auf über 70 Runs.

Neben den Karpfen befinden sich im See auch Aale, Barsche, Forellen, Hechte (22 Pfd.), Schleien, Zander (10 Pfd.) sowie Weißfische.

 
 
Magnus mit einem Spiegler von 22,6 Pfd. aus dem flachen Teil des Sees
 
 

Die Bestimmungen

Für den See sind sowohl Tageskarten (10,-- DM) als auch Wochenkarten (40,-- DM) und Monatskarten (80,-- DM) erhältlich. Erlaubt sind zwei Handangeln. Das Nachtangeln ist grundsätzlich verboten, es können jedoch Ausnahmegeneh- migungen beantragt werden, die in aller Regel genehmigt werden. Das Befahren des Sees mit einem eigenen Boot ist verboten, es können allerdings im Sommer Tret- und Ruderboote am See geliehen werden (Unbedingt vorher die Öffnungszeiten der Bootsvermietung in Erfahrung bringen!). Angeln vom Boot und der Einsatz des Echolotes sind jedoch verboten. Letztlich wird ein Boot für das Fischen auch nicht benötigt. Das Stellen eines Bivys oder Domes ist möglich.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, Gastkarten per E-mail zu bestellen, finden sich auf der Homepage des ASV Kell 1977 e.V. .

Nochmals möchte ich darauf hinweisen, die Spielregeln am See einzuhalten und sich angemessen zu präsentieren. Dies garantiert eine schöne Zeit am See, andernfalls kann es auch sehr unangenehm werden.

 
 
 Blick über den tiefen Bereich des Keller Sees zum Bootshaus
 
 

Das Angeln

Für das Fischen werden keine ausgefallenen Montagen benötigt. Ein einfaches Standardrig ist vollkommen ausreichend. Ich selbst fische mit einer 60 gr.-Festbleimontage, 15 lbs. Silkworm und 4er Hayabusa-Haken. Als Köder verwende ich 22er Fisch-Boilies, allerdings sind auch Milch- und Birdy-Mixe erfolgreich. Werden kleinere oder auch zu weiche Boilies verwendet, fängt man zwar mehr aber auch kleinere Fische, häufig auch unter 10 Pfd.. Harte 22er Boilies bringen in der Regel Fische über 15 Pfd.. Fische über 20 Pfd. sind seltener aber immer möglich. Auf gar keinen Fall kann ich zu Partikeln raten, es sei denn, man möchte nachts mehrmals wegen Fünfpfünder aufstehen.

Prinzipiell kann gesagt werden, daß in den wärmeren Monaten eher der flache Teil und in den kälteren Monaten eher der tiefere Teil des Sees befischt werden sollte. 

Location ist im flachen Teil des Sees eigentlich nicht notwendig, es sollte lediglich darauf geachtet werden, daß wegen des Betriebs am Ufer tagsüber nicht zu nah gefischt wird. Die Fische befinden sich quasi überall in diesem Bereich und lassen sich durch Futterplätze gut an einen Spot führen. Im tieferen Teil des Sees ist hauptsächlich der Uferbereich interessant, da hier der See sehr schnell tief wird. Beim Füttern empfiehlt es sich, auf die Enten zu achten. Sie haben schnell gelernt, daß dabei Futter geflogen kommt und holen Boilies auch noch aus 4 Metern hoch. Am besten wird in der Dämmerung gefüttert. Dabei ist am Anfang ein Pfund Boilies pro Futterstelle vollkommen ausreichend.

Als Rute verwende ich eine 12 ft., 2 lbs. Century Black Max und fische mit 0,27 mm Schnur, da im See so gut wie keine Hindernisse vorkommen. Wind ist auch an diesem Gewässer dem Angeln sehr zuträglich, allerdings neigt er dazu, gerne einmal zu drehen. Vor allem im Frühjahr und Herbst bringt er, wenn er direkt auf die Staumauer bläst, gute Erfolge.

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copyright by Thomas Zeidler                                                           Trier, den 27.11.1999