Die Mosel bei Mehring

 

Allgemeines zur Mosel und zu ihrem Bestand habe ich bereits auf der Seite zum Trierer Hafen beschrieben. Daher wird an dieser Stelle nur noch kurz einmal auf die Besonderheiten dieser Stelle eingegangen.

 

Die Stelle

Der große Unterschied dieser Stelle im Vergleich zu anderen Plätzen an Flüssen ist, dass die Mosel aufgrund ihrer ungewöhnlich großen Breite auf diesem Abschnitt so gut wie keine Strömung aufweist. Die Fahrrinne beginnt erst in ca. 50 Meter Entfernung vom Ufer und selbst wenn Schubverbände vorbeikommen sind 60gr-Bleie völlig ausreichend. Es entsteht so gut wie kein Sog, so dass alles stets auf seinem Platz liegen bleibt. Insofern ist der Pfeil in der Abbildung unten etwas übertrieben, er stellt lediglich die grundsätzliche Strömungsrichtung dar.

Wie schon erwähnt, verläuft die Fahrrinne in etwa 50 Meter Entfernung. Ein Abfahren der  Strecke mit dem Echolot zeigte, dass auf dieser ganzen Breite im gesamten Streckenabschnitt keinerlei Besonderheiten auf dem Grund zu finden waren. Erst zur Fahrrinne hin kommt ein Abbruch um gut einen Meter. Ein Fischen auf diese Distanz war utopisch. Demgegenüber zeigte sich jedoch auf extrem kurzer Distanz ein besonders interessanter Spot, das Seerosenfeld.

Seerosen kommen in diesem Abschnitt der Mosel relativ häufig vor, da, wie beschrieben, so gut wie keine Strömung existiert. Allerdings stehen die Seerosen in der Regel einzeln oder in relativ kleinen Feldern. An der beschriebenen Stelle befindet sich jedoch ein sehr großes zusammenhängendes Feld, welches ca. fünf bis sechs Meter ins Wasser reicht. Die von mir befischte Stelle lag am Ende des Feldes, unmittelbar hinter den Seerosen zum Freiwasser hin. Die Wassertiefe lag hier bei rund zwei Metern.

Anzumerken bleibt an dieser Stelle noch, dass sich die weiteren Ausführungen den Sommer 1999 beziehen, d.h. einer Zeit, als das Wasser sehr warm war und die Seerosen 'gut im Saft'  standen. Darüber hinaus lag meine Angelzeit damals studiumsbedingt nur in den (frühen) Abendstunden von ca. 17 Uhr bis maximal 1 Uhr nachts.

 

Die Köder

Mais war auch an dieser Stelle das Mittel der Wahl (siehe Trierer Hafen). Allerdings funktionierte hier nicht nur ausschließlich Mais. Auch auf Boilies (24er Fisch) hatte ich Erfolg. Wichtig an dieser Stelle schien zu sein, dass neben Mais oder Boilies vor allem Hufu beigefüttert wurde.  Regelmäßiges Füttern scheint recht hilfreich zu sein, wenn  auch die Mengen nicht übermäßig sein müssen. Fünf bis zehn Liter gequollener Mais und ca. ein Pfund Hufu pro Fütterung sind völlig ausreichend. Bei Knödeln sind 30 bis 50 Stück ebenfalls genug. Beim Fischen selbst sind drei bis vier Schaufeln Mais mit dem Groundbaiter und ebenfalls drei bis vier Hände voll Hufu zu Beginn der Angelei angemessen. Nach einiger Zeit werden sich die ersten Zupfer von Weißfischen einstellen. Sind erst einmal die Weißfische dar, dann kommen häufig auch einige Zeit später die Karpfen. Lassen die Zupfer nach, so sollte etwas nachgefüttert werden. Interessanter Weise kommen auch hier Karpfenbisse in der Regel nur in Kombination mit Weißfischezupfern vor. Als besonderen Beifang hatte ich an dieser Stelle sogar eine sehr schöne Schleie.

 

Der größte an den Seerosen, 34,6 Pfund

Die Ausrüstung

Die Ausrüstung, die ich an dieser Stelle verwendet habe, entspricht im großen und ganzen der Ausrüstung, die ich auch am Hafen eingesetzt habe. Trotz oder gerade wegen der extrem kurzen Distanz in Verbindung mit den Seerosen verwende ich die Century Armalite MKII TopGuns (13 feet; 3,5 lbs), da diese Ruten mit einer weichen Aktion ausgestattet sind. Trotzdem sind diese Ruten robust genug, um gegebenenfalls die Fische aus dem Kraut holen zu können. Daher habe ich an dieser Stelle ebenfalls stets mit Snag-Leader und 12 lbs Berkley Trilene Big Game gefischt. Die Steine der Schüttung spielen an dieser Stelle eine eher untergeordnete Rolle, da es sich nicht um eine sehr massive Schüttung handelt. Gefährlicher sind dagegen versunkene Äste und sogar ganze Bäume, die in den Seerosen hängen bleiben und so über Nacht die Stelle erst einmal nicht mehr befischbar machen. Auch hier hilft eine eher robustere Ausrüstung. Lediglich beim Blei kann dieser Stelle gespart werden. Wie bereits erwähnt, habe ich nie mit mehr als 60 gr. gefischt. Auch hier kommt ein einfaches Standard-Rig mit einem 4er Hayabusa-Haken und 25-45 lbs Quicksilver als Vorfach zum Einsatz.

 

Gewässerinformationen